Traum in Braun

Funken in der Stille stillen Funken. Was? Vor 30 Minuten saß ich noch in einem wirklich sehr blauen Kinosessel und habe Beim-Ellbogen-auf-die-Lehne-Legen gnadenlos gegen meine Sitznachbarin verloren. Eine Dame mit wirrem Haar und Strickpullover, der sich am Bauch wie der Voralpenraum auffaltete. Aber darum soll es nicht gehen. Es geht um den Film.

Colette. Ein Mädchen vom Land (gespielt von Keira Knightley) zieht nach Paris, heiratet einen Möchtegern-Autor und schreibt für ihn als Ghostwriterin die besten Romane der ersten Jahrhunderthälfte. Irgendwann merkt auch sie, dass ihr Mann, Willy, einfach nur ein Obervolldepp ist, Geld verspielt, sehr spät im Film trennt sie sich. Kurz darauf veröffentlicht sie ihren ersten Roman unter ihrem Namen – la vagabonde. Tadada.

Ein guter Freund hat mir dieses Stückchen Literatur kurz vor meinem Wohnmobil-Abenteuer mit Knudsen ans Herz gelegt. Jetzt wisst ihr, was hinter diesem Blognamen steckt. Jetzt mache ich aber das Fenster mal wieder zu, genug Geheimnisse gelüftet.

Wobei, noch nicht ganz. Vor meiner Haustür ist was Braunes. Es heißt Brownie und ein Drittel gehört mir. Und wenn man einsteigt, dann zuerst mit der Nase. Dieses Parfüm in den Sitzen, zwischen den kleinen Gitterstäben der Lüftung und aus den Nähten des Lederlenkrades ist so mmh, so Moos, so sonnenheiße Strandmatte, so feuchtgewordener, aber nie vollständig getrockneter Campingstuhl. Einmalig, ein Duft-Epilog für die nächsten Abenteuer.

Gemeinsam mit meinem Nachbarn und WG-Freund Irmio bin ich ins schwäbische Outback gefahren, das war im Oktober. Eigentlich wollte er mich nur begleiten und mit seinen Schrauber-Kenntnissen glänzen, doch dann beschlossen wir, den Wagen zu teilen, zusammen mit seiner Freundin. Jeder zahlt ein Drittel, bei Versicherung, Steuern, egal.

Doch bis wir so weit waren, machte das Tageslicht schon Feierabend und die Bürgersteige auch. Irmio und ich zogen uns zur Beratung in ein lieblos eingerichtetes China-Restaurant zurück. Wir hatten keine Wahl. Wir mussten das Buffet nehmen. Na gut. Rechts auf dem Tresen kurbelte sich diese typische Winkekatze am laufenden Band den Arm aus. Mir war, als ob sie zu mir spräche: Komm Anita, hau die Kohle raus, hau sie raus, raus, raus, raus.

Da ich aber ein sehr rationaler Mensch bin, wollte ich auf jeden Fall noch das Urteil des Glückkeks abwarten. 🙂

Upps. Nach einem kurzen inneren Kartenhaus-Einsturz, wieder ein Blick zur Katze. „Wir kaufen ihn.“