Läuft wie geschmiert. Nicht.

Ich werde nicht auf den Münsterturm klettern und dem Bulgaren-Bruder einen Heiratsantrag machen. Bruder ist kein Zauberer, er kapituliert vor meinem japanischen Schlachtfeld. „Man muss total verkifft sein, wenn man dieses Wohnmobil noch will retten.“, sagt er und nennt Knudsen eine „alte Gurke“, was eher wie „Gurrge“ klingt.

Drei Tage lang hat er alles ausgebaut, mit der Taschenlampe jeden Zentimeter abgeleuchtet, seine Hände rot geschrubbt. Die Diagnose: Das Getriebe ist hin, ein einziges Wrack. Das Getriebeöl ist ausgelaufen, Tag für Tag, Woche für Woche. Knudsens Lebenssaft, verteilt in Europa. Und ich, ich Närrin, dachte, es sei Motoröl oder Diesel. Gut, getropft hat es da auch, aber ahnte ich doch nicht, dass die Inkontinenz auch im Getriebe um sich geschlagen hatte.

Auf dem Weg nach Freiburg seilten sich die die letzten Tropfen über eine kaputte Dichtung auf den Asphalt und hinterließen Dürre und Zerstörung. Die Zahnräder hatten keine Zähne mehr, Kugellager hatten keine Kugeln mehr. Viele Teile wundgescheuert. Das Ende.

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Und was jetzt? Bruder hat recherchiert. Für meinen 2,3-Liter-Mitsubishi-Motor gäbe es keine Ersatzteile mehr. Ihn auf die Liste für eine Getriebe-Organspende zu setzen, sinnlos.

Das ist ein schwarzer Tag, der Black Friday, ein anthrazitfarbener Furz dagegen. Ich bin verdammt machtlos.

Bruder sagt, dass ich – sofern ich Knudsen beim Schrottplatz abgebe noch draufzahlen müsse, könnte 300 Euro kosten + Transport dahin. Eine Annonce in der Zeitung bringe auch nichts. Ja, dann. Er nimmt die Kennzeichen ab. Mein erster Gedanke: Oh Gott, Knudsen sieht aus, als ob er vorne ein Hitlerbärtchen hätte. Schlimm.

Bruder sagt, er kenne ein paar Afrikaner, die das Auto bestimmt nähmen. Unentgeltlich. Auf einmal zieht ein Schwarm Aasgeier an mir vorbei. Mit Heißhunger in Richtung Wohnmobil-Kadaver. Gruuuselig!

Wie war das nochmal mit dem positiven Denken? Ja, es gibt etwas Gutes im Tragischen: Bruder hat mir versprochen, nie wieder Baden.fm zu hören, sondern nur noch SWR4. #aufderrichtigenSeitederMacht.

 

PS.: Ich gebe nicht auf! Fortsetzung folgt!