Rückblick: Teil 1

Zeit, in den Rückspiegel zu schauen und die letzten Monate Revue passieren zu lassen. Was hat sich verändert? Was habe ich gelernt? Was ging völlig schief?

Stichwort: Ausparken. Mein Fahrradträger, der hinten an meinem Auto befestigt ist, geht regelmäßig mit Straßenlaternen und Absperrgittern auf Tuchfühlung. Es ist ein Brems-Zu-Spät-Warn-System. Dabei kenne ich die Maße meines Wohnmobils – im Gegensatz zu meinen eigenen – auswendig. Aber jedes Mal, wenn ich ausparke, kurbele ich die Scheibe herrunter und trommele ein paar Assistenten zusammen. Ich sage mir dann: Menschen wollen gebraucht werden. Ich gebe Ihnen diese Chance.

Noch eine Geschichte, die ich bis jetzt verschwiegen habe: Nachdem Ekki mein Dach wieder fit gemacht hatte, bin ich rückwärts aus seinen heiligen Hallen gefahren und prompt mit Knudsens Hintern gegen einen Betonpoller gedätscht. Herzlichen Glückwunsch. Die Lichter haben nichts abbekommen, nur der Lack und eine Schweißnaht sind aufgeplatzt. Ekki hat ganz cool reagiert.  Den ersten Gang eingelegt, den Kopf geschüttelt und Richtung Hebebühne gerollt. Peinlich! Zwei Araber, die sich ebenfalls in der Werkstatt aufhielten, haben mich dann mit Baklava getröstet. Gute Aktion!

Stichwort: Wind. Ich komme aus dem Norden. Ich liebe steife Brisen, wilde Fri(e)sen und Schnaps. Gehört einfach zusammen. Wie Schwimmbad und Fußpilz. Wie Butter und Brezel.Aber seitdem ich ein Wohnmobil besitze, hat sich meine Haltung zu Wind völlig verändert. Auf Autobahnbrücken hocke ich hinter dem Steuer wie vor einem Splatter-Horror-Movie. Jede Muskelfaser ist angespannt. Mein Blick, gefüllt mit Angst und der tiefen Sehnsucht nach Stromlinien. Der Wind haut meinen Gefährten immer wieder aus der Bahn. Die Reifen stehen sehr dicht beieinander. Viel Angriffsfläche für einen relativ hohen Schwerpunkt. Für Außenstehende muss es immer so aussehen, als ob ich einen im Tee habe, dabei versuche ich nur geradeaus zu fahren. Über blablacar nehme ich regelmäßig Leute mit. Mitfahrer, mit etwas runderen Formen, sind mir die allerliebsten. Knudsen liegt viel besser auf der Straße, wenn im Fahrerhäuschen mindestens 250 Kilo Menschenmasse zusammenkommt. Aber das kann ich ja schlecht in die Blablacar-Annonce schreiben: „Bitte nur übergewichtige Mitfahrer“. Nachher könnte noch irgendjemand auf den Gedanken kommen, dass ich einen krassen Fetisch habe. Nein, Danke.

Stichwort: Regen. Wenn Wassertropfen auf mein Dach fallen, wird es musikalisch bei mir, denn ich lebe in einem Klangkörper. Mittlerweile bin ich Profi in Regenarten-Erraten. Schneegriesel hört sich an, als ob junge Katzenbabies mit ihren Pfötchen über das Dach tapsen. Senkrechter Regen wie eine Schreibmaschine. Prasselregen, wie Monsunregen auf Slum-Wellblechdächern zur Regenzeit. Das Element Wasser und ich sind Homies geworden. Teewasser aufgießen mach ich inzwischen blind. Ich höre, wie viel Milliliter Wasser ich gerade einschenke. Eine kleiner soft skill aus der Zeit, in der ich noch dachte, dass mein Auto explodiert, wenn ich Gasheizung und Teelichter gleichzeitig anzünde…

To be continued … Part 2 coming soon.

 

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